Molekulargenetischer PCA3-Test

PCA3: Erstmalig ist ein molekulargenetischer Test mit exzellenter Spezifität für das Prostatakarzinom erhältlich
Das Prostatakarzinom ist der ist der häufigste bösartige Tumor des Mannes.
Die Untersuchung mittels rektaler TastUntersuchung und PSA-Bestimmung ist nur eingeschränkt effektiv, da sich nur bei einem Viertel der auffälligen Patienten in der Biopsie ein Karzinom findet. Darüber hinaus müssen Männer mit negativen Biopsiebefunden und erhöhten PSA-Werten auch dann noch mit der Möglichkeit einer Prostatakrebserkrankung rechnen, was zu Verunsicherungen und erneuten Biopsien führen kann. Dieses Dilemma beschreibt den Bedarf an zusätzlichen Untersuchungsmethoden.
Mit dem Progensa™-PCA3-Test steht erstmals ein spezifischer molekulargenetischer Test zur Verfügung, bei dem Prostatazellen aus einer Urinprobe analysiert werden. PCA3 ist ein Gen, das ausschließlich in Prostatagewebe exprimiert wird. Wenn Prostatazellen entarten, wird PCA3 überexprimiert. Prostatakarzinomzellen synthetisieren dabei 60-100fach mehr PCA3-mRNA als normales Prostatagewebe. Als Ergebnis erhält man einen hochinformativen PCA3-Score, der unter Berücksichtigung der Krankengeschichte als Biomarker für eine Biopsieentscheidung Verwendung findet. Je höher dieser Score ist, um so höher ist die Wahrscheinlichkeit für eine positive Biopsie. Der PCA3-Score ist im Gegensatz zum PSA vom Prostatavolumen unabhängig, scheint aber mit der Größe des Karzinoms zu korrelieren.
In einer vor kurzem publizierten Studie (Haese et al., Posterpräsentation EAU 2007) wurden Patienten mit erhöhtem PSA (hauptsächlich 4 – 10 ug/l) und negativer erster oder zweiter Biopsie untersucht. Bei rund einem Viertel fand sich eine positive Wiederholungsbiopsie. Die Sensitivität des PCA3-Tests betrug in diesem Patientenkollektiv 57% bei einer Spezifität von 73%. Der negative Vorhersagewert war mit 84% dem freien PSA mit 73% deutlich überlegen.
Dieser Test ersetzt weder die Tastuntersuchung, noch die PSA-Wert Bestimmung sondern ergänzt diese um einen weiteren Baustein in der Diagnostik des Prostatakarzinoms. Auch eine Biopsie kann durch den Test nicht überflüssig gemacht werden, der Test kann aber die Notwendigkeit einer Biopsie deutlicher hervorheben.
Testdurchführung: Zunächst wird die Prostata nach einem bestimmten Schema abgetastet bzw. massiert, was völlig schmerzfrei ist. Die ersten 20 ml Urin werden dann aufgefangen und zur Weiterverarbeitung an ein Labor gesendet. Dieser spezielle Test kann zur Zeit nur in einem Labor in Deutschland durchgeführt werden. Spätestens eine Woche später ist das Ergebnis da und kann besprochen werden.
Die Kosten des Tests werden derzeit nicht von den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) übernommen. Der Preis für Selbstzahler beträgt ca. 350.- € und ist damit vergleichbar zu anderen genetischen Tests in der molekularen Onkologie.

Stand: 2. Januar 2016